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Justizgebäude Salzburg

Wettbewerbsbeitrag

März 2012

 

Der zweigeschossige Hofeinbau wird aufgrund seiner Bauhöhe auch vom nahegelegenen Nonnberg aus nicht einsehbar sein, da der Fußweg im Bereich der Nonnbergstiege der Firsthöhe des Bestandsgebäudes entspricht. Die Dominanz des Bestandsgebäude wird lediglich in der Schanzelgasse bewusst durch den sogenannten Anwärterblock gebrochen, welcher als signifikanter zeitgenössischer Zubau nach außen in Erscheinung tritt. Dabei wird darauf geachtete das die Berührpunkte zum Altbau mittels Fugen minimiert werden. Ziel ist, diesen Bauteil als eigenständigen Baukörper selbstbewusst als Mittler zwischen der beginnenden Altstadt und dem modernen Bildungszentrum Unipark in Erscheinung treten zu lassen. Um den Hof für die neuen Gerichtssäle zu räumen, werden die Zubauten der vergangenen Jahrzehnte sowie der Gefängnistrakt rückgebaut. Der Neubau selbst wird, entsprechend seinem konstruktiven Erfordernis, als Stahlbau mit Glasfassaden ein bewusster Gegenpol zur historischen Fassade des Altbaues.

Funktionale Aspekte: Um den Anforderungen des Raumprogramms zu entsprechen werden die Funktionen neu geordnet. Der Bestandsbau wird als historisch einhüftiger Baukörper mit Büroräumlichkeiten bestückt, während die Verhandlungssäle im Neubau Platz finden. Durch die kompakte Bündelung  wird für den Publikumsverkehr eine leichte Übersicht der Säle und für die Bediensteten eine gut vernetzte Wegeführung ermöglicht. Der „Gerichtshof“ wird somit seinem Namen entsprechend aufgewertet. Ergänzend wird an der Schanzelgasse der Anwärterblock so gesetzt, das in allen Geschoßen, also in allen Abteilungen Räumlichkeiten in Form eines Großraumbüros angeboten werden. Das Archiv findet im Tiefgeschoss seinen adäquaten Raum. Ökomomisch, ökologische Aspekte. Die Neuordnung der Funktionen gewährt langfristig Übersicht und kurze Wege, welche der Effizienz der Nutzer entgegenkommt. Darüber hinaus wird durch vorgefertigte Elemente für den Neubau ein gestraffter und voraussehbarer Bauablauf prognostizierbar, wodurch die Anzahl der Provisorien und Belästigungen während der Bauphase reduziert wird. Außerdem sind vorfabrizierte Bauteile am Ende des Lebenszyklus kontrolliert rückbaubar und ermöglichen so ein umweltschonendes Recycling.

Aufschließung: Die Erschließung des Gebäudes erfolgt im Zentrum des nach allen Seiten hin geöffneten Innenhofs. Somit ist es möglich dass Gebäude sowohl von den beiden repräsentativen Eingängen als auch von den 3 funktionalen Seiteneingängen zu betreten. Die seitlichen Eingänge sind insofern wichtig, da sie einerseits eine direkte Verbindung zur Tiefgarage der „Barmherzigen Brüder“ in der Kaigasse bzw. andererseits zum Obus in der Nonntalerstraße ermöglichen. Ergänzt wird das Spektrum an Zutrittsmöglichkeiten durch den Seiteneingang Kajetanerplatz, welcher entlang der historischen Stadtmauer einen Einblick in die Tiefe freigibt. Die Stufen im Haupteingangsbereich Kajetanerplatz werden abgetragen um ebenerdig auf Hofniveau den Innenhof zu betreten. Damit sind 4 behindertengerechte Eingänge möglich. Die eigentliche Zutrittskontrolle findet im Zentrum des Hofes statt, von wo Rolltreppen und ein Personenaufzug in die Obergeschosse führen, die wiederum sternförmig erschlossen werden. Innerhalb des Gebäudes ergibt sich so eine Reihe von Querverbindungen die als Abkürzungen genommen werden können.

Gebäudehülle: Die Außenwände des Neubaues bestehen aus Glas bzw. Paneelen sowie vorgesetzten Lochblechelementen die das Tageslicht einerseits einleiten und die Einsicht in die Säle andererseits brechen. Die Saalwände werden beidseitig mit Holztafeln aus gebleichten Eichenholz verkleidet um als großformatiges Mobiliar der Würde, eines Gerichtshofs zu entsprechen.

 

 

Justizgebäude Salzburg

EU-weiter, offener, einstufiger Realisierungswettbewerb

für die Sanierung und Erweiterung des Justizgebäudes Salzburg

März 2012

 

Auslober: BIG Bundes Immobilien Gesellschaft

Aufgabentyp: Justizgebäude

Mitarbeiter: Robert Rohsmann, Thomas Mayer, Eva Debelak

Modellbau: Rudi Manzl

Staatlich befugte und beeidete Ziviltechniker
Körösistraße 17/1, 8010 Graz
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